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Dieses wunderschöne Exemplar eines Conn New Wonder II Bass-Saxophons zeichnet sich durch eine detaillierte, großformatige Gravur auf dem Becher aus.
Da das Conn nachlackiert („re-lacquered“) wurde, war die Gravur durch den Poliervorgang verblasst. Vor der anstehenden Generalüberholung wurde sie daher von einem Fachbetrieb (Stefanie Ottilie: Website) nachgestochen und kann nun wieder in voller Pracht bewundert werden.
Das Instrument verfügt über gerollte Tonlöcher sowie den sogenannten Plumber-Style-Neck (eine S-Bogenvariante mit unterer Biegung).

Bemerkenswert am Setup dieses Basses sind die verbauten großen Polsterresonatoren vom Typ „Maestro-Star“. Die Polster selbst könnten noch aus dem Originalbestand von Conn stammen. Diese Kombination erscheint ungewöhnlich.
Möglicherweise wurden in der Vergangenheit lediglich die Resonatoren der Polster getauscht — was mit einem immensen Arbeitsaufwand verbunden gewesen sein dürfte. Alternativ könnte ein alter Polstersatz in späterer Zeit modifiziert und bei der letzten Überholung erneut verwendet worden sein.

Der Korpus war an der oberen Biegung lose. Nach dem Ablöten der Stützen wurde deutlich, dass sich kaum Lot in der Verbindung befand. Dies war zugleich der ideale Zeitpunkt für eine gründliche Reinigung, die aufgrund der Größe des Instruments nur unter der Dusche möglich ist.
Besonders wichtig ist dabei auch die Reinigung des Inneren der Schallröhre, denn alte Bässe beherbergen oft Schimmelsporen und andere Überraschungen. Schließlich liegen die Zeitabstände zwischen Generalüberholungen bei Bass-Saxophonen meist deutlich höher als bei den übrigen Mitgliedern der Saxophonfamilie.

Nach dem Ausbeulen und Einlöten der ebenfalls losen Oktavhülse wurden beide Korpusteile wieder miteinander verbunden. Der hitzeempfindliche Nitrolack überstand diesen Vorgang nicht völlig spurlos, dennoch kann das Ergebnis als gelungen gelten.

Manche Federn weisen einen Durchmesser von 1,6 mm auf — eine Dimension, die im Saxophonbau eigentlich nur bei alten Bass-Saxophonen anzutreffen ist. Solche Federn sind bei Pisoni in Italien erhältlich (Stand 2026).
Bei Conn-Saxophonen werden die Spitzschrauben durch kleine Madenschrauben fixiert. Eine dieser Schrauben war so stark festgerostet, dass letztlich nur das Ausschleifen mittels Diamantstift half, um das Gewinde wieder freizulegen.
Da diese Madenschrauben gern verlorengehen, mussten für diesen Bass sechs Stück neu angefertigt werden.

Eine weitere Besonderheit der Mechanik ist eine Doppelspitze im Bereich der rechten Hand, an der von beiden Seiten Mechanikelemente aufgehängt sind. Diese Spitze ist nicht eingeschraubt, sondern geklemmt. Nach einem Ausbau muss der feste Sitz daher sorgfältig wiederhergestellt werden, um Probleme bei der Feinregulierung der Mechanik zu vermeiden.
Was im Bereich der linken Hand zunächst wie eine lose beziehungsweise teilweise herausgeschraubte Achse wirkt, ist tatsächlich ab Werk so konstruiert. Zeitgleich befanden sich zwei ähnliche NW2-Bässe zur Generalüberholung vor Ort, und beide wiesen eine identische Mechanikausführung auf. Der hervorstehende Stift dient als eine Art Steckachsenverbindung, vermutlich zur besseren Zugänglichkeit der Achse.

Der neue Polstersatz wurde passend zu den Klappendeckelgrößen maßgefertigt und mit mittelgroßen Kunststoffresonatoren ausgestattet. Akustisch dürfte dies dem originalen Conn-NW2-Aufbau am nächsten kommen.
Zum Einbau der Polster kam bewährter Schellack zum Einsatz.

Nach dem Wiederaufbau erfolgte noch ein abschließendes Feintuning. Zur intonatorischen Optimierung wurde im Tonloch des oberen Palm-D ein Halbmond aus PMMA eingeklebt, wodurch der ansonsten deutlich zu hohe Ton wesentlich leichter intonierbar wird.
Um dem Flexen der H-Klappe aufgrund ihres langen Hebels entgegenzuwirken, wurde unter dem Drücker ein Kork-Filz-Anschlag eingesetzt. Dies sorgt für ein präziseres Griffgefühl und verhindert ein versehentliches Verbiegen des Drückers.

Das fertige Instrument zeichnet sich durch eine für Bass-Saxophone außergewöhnlich gute Intonation aus. Die Ansprache ist mühelos, der Klang mächtig und gewaltig.